Eurotrip

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Eurotrip Cover

Im Laufe der Jahrzehnte hat das Kino den ein oder anderen Kultfilm hervorgebracht. Diese sogenannten Kultfilme sind allerdings in erster Linie in den Bereichen „Action“, „Thriller“ und „Abenteuer“ zu finden, selten im Genre „Komödie“. Natürlich gibt es Vertreter aus Teilbereichen dieses Genres, wie zum Beispiel der geniale „The big Lebowski“ oder auch „Ein Fisch namens Wanda“, aber waschechte Komödien sind diese Perlen nicht. In Fällen wie „The big Lebowski“ oder „Pulp fiction“ handelt es sich zwar um geniale Filme, deren Kultdialoge bis heute Einzug in der Popkultur erlangt haben, aber auch trotz ihrer wahnwitzigen und lustigen Momente sind es keine wirklichen Komödien. Egal ob Tarantino oder die Coen Brüder; keiner hat es bis heute geschafft eine durch und durch kultige Komödie zu realisieren, die nicht im typischen Teenie-American-Pie-Sumpf untergeht. Selbstverständlich wird kein renommierter Regisseur sein Talent an ein eher belangloses Thema wie Komödien verschwenden, dennoch sollte man diesen einen Film unbedingt erwähnen und beachten. Es handelt sich um den Film „Eurotrip“ aus dem Jahre 2004. Eine Komödie, wenn nicht sogar DIE Komödie schlechthin;

Komödie mit Kultpotenzial

Der Film strotzt nur so vor abgefahrener Ideen und nahezu jedes Klischee wird hier bedient und bedingungslos durch den Kakao gezogen. Von der ersten bis zur letzten Minute bleibt hier kein Auge trocken. Obwohl die Story mehr als dürftig erscheint, schafft es Regisseur Jeff Schaffer mittels sehr guten Nachwuchsschauspielern, einem genialen Soundtrack, diverser Cameo Auftritte und Running Gags knapp 90 Minuten voll und ganz zu unterhalten. Wer den Film gesehen hat wird sich mit Sicherheit dabei erwischt haben, den Song „Scotty doesn’t know“ auch nach dem Film noch das ein oder andere Mal gepfiffen zu haben.

Handlung

Wie bereits erwähnt sollte man von der Handlung des Films nicht allzu viel erwarten. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, ohne dabei billig oder albern zu wirken und das Hauptaugenmerk liegt hier tatsächlich nicht auf einem logischen und verzwickt-anspruchsvollen Handlungsstrang.

Scott Thomas ist der Hauptprotagonist in Eurotrip. Er hat gerade die Highschool abgeschlossen und wird prompt von seiner großen Liebe, seiner Freundin Fiona, abserviert. Völlig frustriert und vor allem durch das Lied „Scotty doesn’t know“ zutiefst gedemütigt ( hierzu später mehr ) betrinkt er sich auf einer Abschlussfeier und begeht einen folgenschweren Fehler. Er schreibt seinem langjährigen Brieffreund in Deutschland eine beleidigende Email und beendet den Kontakt. Am nächsten Tag stellt sich jedoch heraus, dass sein Brieffreund eigentlich eine Brieffreundin ist, was Scott aufgrund einer Namensverwechslung nun erst bemerkt hat. Er beschließt mit seinem Kumpel Cooper nach Deutschland zu reisen, um Mieke, die er fälschlicherweise für Mike gehalten hat, für sich zurück zugewinnen. Denn schließlich ist er Single und Mieke aufgrund der ihm zugeschickten Fotos eine attraktive junge Dame.

Nun begeben die beiden sich auf eine wahnwitzige Odyssee quer durch Europa, denn ein Direktflug nach Berlin ist ausgebucht.

Das Chaos beginnt

Zunächst landen die beiden in London und kommen in einem Pub unter, in dem es vor Fußball Hooligans nur so wimmelt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schaffen es Scott und Cooper die Sympathie der Hooligans zu gewinnen und lassen sich auf ein Saufgelage ein. Am nächsten Tag wachen Sie in einem Reisebus auf, noch völlig gebeutelt vom alkoholgetränkten Vortag. Die Engländer haben sie mitgenommen um in Frankreich ein besonderes Fußballspiel mitzuverfolgen. In Paris angekommen treffen sie auf zwei Schulfreunde, die Geschwister Jenny und Jamie, die hier Kultururlaub machen. Nach verschiedenen chaotischen Momenten führt es sie nach Amsterdam und schließlich durch Kommunikationsprobleme mit einem LKW Fahrer nach Bratislava. Etliche chaotischer Szenen später kommen sie in Berlin an und finden Mieke nicht vor, da sie in den Vatikan gereist ist.

Selbstverständlich folgen sie ihr auch hierhin und Scott bekommt sein Happy End.

Soundtrack

Wenn man sich über Eurotrip unterhält muss man unbedingt den genialen Soundtrack beachten. Hier wird von Punkrock bis zur neuen deutschen Welle alles geboten. Die Songs passen perfekt zu den jeweiligen Szenen und untermalen diese mit zynischem Unterton.

Ganz besonders erwähnenswert ist der Song „Scotty does’t know“ von der Band Lustra, der eine ganz wichtige Rolle im Film spielt. Er verfolgt die Protagonisten im Laufe des Films regelrecht und dem Zuschauer wird immer wieder aufs Neue die unangenehme Situation von Scotty ins Gewissen gerufen.

Hier nun kurz der Text:

Scotty doesn’t know

that Fiona and me

do it in my van every sunday.

She tells him she’s in church

but she doesn’t go

still she’s on her knees

and Scotty doesn’t know.

Oh, Scotty doesn’t know-oh

so don’t tell Scotty

Scotty doesn’t know

Scotty doesn’t know.

Fiona says she’s out shoppin‘

but she’s under me and I’m not stoppin‘.

‚Cause Scotty doesn’t know

Scotty doesn’t know

Scotty doesn’t know

Scotty doesn’t know

so don’t tell Scotty

Scotty doesn’t know.

I can’t believe he’s so trustin‘

while I’m right behind you thrustin‘.

Fiona’s got him on the phone

yes she’s tryin‘ not to moan

it’s a three-way call

and he knows nothing.

Wie zu erkennen schildert der Song das Fremdgehen von Fiona in allen kleinen Details. Diese unangenehme Wahrheit bekommt Scott allerdings nicht von Fiona persönlich serviert, sondern erfährt alles erst auf der Abschlussfeier über den genannten Song.

Cameos

Wie in vielen anderen Filmen auch findet man in Eurotrip den ein oder anderen unterhaltsamen Cameo Auftritt bekannter Schauspieler. So sind zum Beispiel Matt Damon als Rocksänger und neuem Freund von Fiona zu sehen, Lucy Lawless als Bordellbetreiberin in Amsterdam, Jana Pallaske als Fotohändlerin, Vinnie Jones als Manchester United Hooligan, David Hasselhoff als schmieriger Musiker in einer Traumsequenz, Dominic Raacke als LKW Fahrer und Walter Sittler als Vater von Mieke.

Wie schon zu erkennen haben sich die Produzenten einer ganzen Bandbreite an Schauspielern bedient und sich nicht nur auf Amerikaner beschränkt, sondern eben auch bekannte deutsche Größen in ihr Machwerk mit eingebaut.

Synchro-Probleme

Filmfreunde wissen, dass ein Film im Originalton meist wesentlicher besser und authentischer wirkt als in einer eingedeutschten Synchronfassung. In der Regel ist das aber auch das einzige Manko einer Synchronisation. Nicht aber in Eurotrip. Hier geht in einigen Szenen vollkommen der Sinn verloren, da das Gezeigte schlicht und ergreifend nicht zu synchronisieren ist. Da Scott, Cooper und Co. Amerikaner und der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig sind ( was man auch an der Namensverwechslung in Bezug auf Mieke erkennt ), kommt es im Originalton zu einer folgenschweren Verwechslung bei der LKW Szene. Der Fahrer ist Deutscher und unterhält sich im Originalton auch auf deutsch mit den Jugendlichen, die wiederum versuchen mit ihren mangelnden Sprachkenntnissen einen Dialog zu starten. Natürlich geht dieses Unterfangen schief und sie landen prompt in Osteuropa und nicht wie geplant in Berlin.

In der deutschen Synchronfassung sprechen aber nun beide Parteien deutsch und um der Szene einen halbwegs plausiblen Sinn zu geben, wurde der Dialog komplett umgestaltet. Äußerst ungünstig, aber wie bereits erwähnt unumgänglich.

Zensur

Zensurprobleme kennt man als Filmfan zur Genüge. Selbst in Komödien wird gelegentlich die Schere angesetzt, wie zum Beispiel in jüngster Vergangenheit bei den „American pie“-Filmen. Diese Zensuren, vornehmlich fürs Kino angefertigt, werden in der Heimkinoauswertung in der Regel zurück gesetzt.Nicht aber so bei Eurotrip. Hier sind zwei komplette Szenen entfernt worden, die für Deutschland wohl einfach zu heftig erschienen. Zum einen ist die Vandersexxx Szene verkürzt worden und eine komplette Passage in Miekes Elternhaus, in der ihr kleiner Bruder Heinrich als Hitlerimitator durchs Wohnzimmer marschiert, ist der Schere zum Opfer gefallen. Diese entfernten Szenen sind allerdings auf der US DVD vorhanden. Auch wenn sie für das Vorantreiben der Handlung völlig belanglos sind, ist der Spaßfaktor immens.

Einen ausführlichen Schnittbericht gibt es hier!

Fazit

Eurotrip ist kein fehlerloser Film. Er strotzt nur so vor unlogischer Anschlussszenen und ( zumindest in der deutschen Sprachfassung ) Synchronisationsentfremdungen bzw. -fehlern. Nichtsdestotrotz kann sich Eurotrip durchaus in den Reihen der Kultfilme eingliedern, da er einfach durchgehend unterhaltsam ist und diverse Dialoge bzw. die Musik in die Popkultur mit eingeflossen sind.

Ein Knallerfilm, den sich niemand entgehen lassen sollte!

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